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Urs Bähr

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Wir sind dann mal weg

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October 05

Pakistan

Hallo Ihr Lieben,
nun liegt auch das letzte -stan Land hinter uns. Wir haben ein weiteres aufregendes Land durchfahren, welches so ganz anders ist als wir es aus Büchern und Zeitungen kannten. Die Menschen sind so offen, freundlich und hilfsbereit.  -Eine wahre Freude- Doch nach der Reihe: Der "Friendship Highway" von Kashgar nach Islamabad ist direkt nach der chinesischen Grenze wieder  das was wir erwartet hatten , eine Strasse, die übersät ist mit Schlaglöchern und sich in scharfen Serpentinen von den 4200m herabschraubt. Erst nach ca. 40 km kommt die richtige Zollstation auf der wir freundlich empfangen wurden und problemlos die "Grenze" passieren konnten. Unser erstes Ziel war Passu ein kleines Dorf inmitten des Karakorum, ein einsamer und wunderschöner Platz. Die Landschaft ist so bizarr so atemberaubend. Einige kleine Wanderungen waren das mindeste was wir dort unternehmen wollten und auch taten. Die Fahrt weiter entlang des Hunza Tales ist gesäumt von 7000dern und Gletschern. Unser nächstes ziel war Gilgit ein nettes Städtchen wo wir ein paar relaxte Tage verbrachten und mit anderen Travelern abhingen.
Leider war während dieser Zeit auch die Geschichte mit der roten Moschee und Alle auch wir waren einergermaßen verwirrt wie es mit dem Land und der Sicherheitslage weitergehen würde. Es gibt zwei Wege in Richtung Süden und wir entschlossen zuerst nach Westen nach Chitral und dann nach Peshawar zu fahren.
Peshawar, was für eine Stadt!!! So voller Leben, Trubel, Menschen und Chaos. Wir haben die Zeit dort sehr genossen.
Hier organisierten wir auch das Visum für den Iran, was nach einiger Anstrengung, z.B. einem Aidstest, gelang.
Nach Peshawar fuhren wir straight in Richtung Süden, dann immer gen Westen in den Iran...


July 14

China

Rips ni made, und Hallo!
Sind in Pakistan angekommen. Der Weg hierher fuehrte uns, fuer kurze fuenf Tage, durch die Volksrepublik China.
Als ertse muss man mal schreiben, dass wir gluecklich sind, dass das Projekt China mit dem eigenen Auto bereisen, nach der langen Vorbereitung und den nicht geringen Kosten, geglueckt ist. Ansonsten haette die Reise ein abpruptes Ende gehabt.
Von China selbst, koennen wir nur einen kurzen Bericht geben.
Wir erreichten den Torugart- Pass, auf der Passhoehe ist eine Schranke durch die wir erst durchfahren durften als unser Guide auf der anderen Seite auftauchte und alle unsere Papiere dabei hatte. Von dort fuhren wir nach Kashgar, wo wir fuer unsere Verhaeltnisse drei Tage Luxusurlaub im vorgebuchten Hotel verbrachten. Heisse Dusche, Sport im Fernsehen und komfortable Betten!
Von Kashgar aus ging es dann am vierten Tag nach Taxkorgan, schon in der naehe der Pakistanischen Grenze. Der Weg dorthin war fuer Urs mal wieder ein richtiges Cruising Vergnuegen, die Strassen waren super und man konnte mit 60- 80km/h einen 4000 Meter hohen Pass ueberqueren. Der highlight dieser Strecke war zweifelslos der Mustagh- Atta, ein wunderschoener Siebentausender, den man schon aus der Ferne sehen konnte, an den man sich dann bis auf 10- 15Km annaeherte und den man nachdem man an ihm entlang gefahren war immer noch im Rueckspiegel betrachten konnte.
Nach einer Nacht in Taxkorgan brachte unser Guide, der nicht der Beste war, uns an die chinesich - pakistanische Grenze. Das 60 Kilometer lange Niemandsland zwischen den beiden Laendern mussten wir dann noch hinter einem Kleinbus hinterherfahren, in dem ein Soldat darauf aufpassen musste, dass wir keine Photos machten.
Fazit:
In China sieht und spuert man das Wirtschaftswachstum. Die Menschen dort sind auch stolz darauf. Nur ist es nahezu unvereinbar mit der strikten Organisation der Behoerden und der Buerokratie.
Ansonsten ist der kleine Teil von China, den wir gesehen haben ein schoener Fleck Erde. Nur die Chinesen waren im Vergleich zu den Zentralasiaten lange nicht so freundliche Gastgeber.
 
Lasst es euch gut gehen und macht euch keine Sorgen
Urs & Jonas   

Kirgistan

Liebe Freunde, liebe Familie, moin der Rest,
Kirgistan:
wir kamen aus dem beeindruckenden Pamir Gebirge in Tajikistan raus und es wurde gruen und huegelig, ueberall standen Jurten, bewohnt von Bauern, die ihr Vieh im Sommer in die Berge treiben. Viele Schaafe, viele Kuehe und schoene kraeftige Pferde und sture Esel begleiteten unsere Ankunft in Kirgistan. Die kirgisischen Zoellner waren die bisher lockersten, was natuerlich eine gute Seite hat, weil der Grenzuebertritt sehr schnell ging, und weil sie uns auch schon einen Tag bevor unsere Visa anfingen ins Land liessen. Die schlechte Seite dieser Lockerheit bestand darin, dass wir weder eine Einreiseerklaerung, noch einen Einreisestempel bekamen. Was sich spaeter als total problemlos herausstellte, da die restlichen kirgisichen Grenzen wissen, dass die Grenze Bor-Doboe keinen Einreisestempel besitzt.
Wie schon beschrieben war unser Auto zu diesem Zeitpunkt, nicht mehr das Beste und wir fuhren, auf den immernoch schreklichen Strassen, langsam nach Osh, wo wir hofften unser Auto repariert zu kriegen. In Osh genossen wir erstmal die vielfaeltigen Konsummoeglichkeiten, die in Tajikistan doch sehr eingeschraenkt waren. Leckere Honigmelonen, fruchtig saftige Pflaumen, Bier und Cola. In unserem Guesthouse waren nette andere Touristen und wir bildeten eine gute Truppe um gemeinsam was Essen zu gehen, unsere Erfahrungen auszutauschen und Diskussionen zu haben. Leider mussten wir aufgrund der "Autoreparatur" fuenf ansonsten nicht so spannende Tage in Osh verbringen. Als das Auto dann nicht repariert war, war es klar, dass wir nicht wie geplant in mehren Tagesetappen, mit verschiedenen Abstechern, sondern an einem Tag nach Bishkek fahren wuerden. Eine der besten Strassen Zentralasiens fuehrte uns entlang wundervoller Landschaft von der zweitgroessten Stadt Osh in die Hauptstadt Bishkek. Dort verbrachten wir dann zehn weitere Tage mit Visabeschaffung und Autoreparatur.
Wir waren in einem tollen Guesthouse dort, Sakura Guesthouse. Die Besitzer sind ein Japaner und seine kirgisische Frau. Die Frau war hochschwanger als wir ankamen und stolze Mutter ihrer zweiten Tochter als wir gingen. Ihr Mann war ein lustiges Kerlchen, der seine Sauna und vor allem seinen Pool liebt. 
Als das Auto repariert war und die Visa beschafft waren, wollten wir dann auch noch was von der wirklich sehr schoenen Natur Kirgistans sehen. Wir fuhren zum Issyk-Kul, einem riesigen Bergsee umgeben von schneebedeckten Gipfeln, verbrachten drei Tage damit ihn zu umrunden und bogen dann Richtung China ab. Auf dem Weg zur Grenze uebernachteten wir dann nochmal an einem Bergsee, dem Son-Kul, ein kleinerer aber hoehergelegener und wunderschoener See. Mit einem unsicheren Gefuehl, ob unser Guide auch erscheint und ob auch sonst alles gut gehen wird mit der Einreise, machten wir uns von dort aus auf den Weg zum Torugart Pass, der die Grenze markiert.
Fazit:
Kirgistan ist ein sehr gruenes, huegeliges Land mit vielen Seen. die Menschen dort sind freundlich und am besten eingestellt auf Tourismus von den zentralasiatischen Laendern. Es gibt dort auch eine Menge an Natur zu sehen und aufgrund der nicht so steilen Berge auch wunderbare nicht zu anspruchsvolle Treks fuer jedermann.
Wir fanden es ein wenig schade solange in den Staedten von Reparaturproblemen und der Visabeschaffung aufgehalten worden zu sein, und nicht noch mehr die Natur erkundschaftet zu haben. Trotzdem ein tolles Land!
 
Gruesse in die Heimat
Urs & Jonas

Die Leiden des alten Arbeitstiers

 

 

 

Wie Ihr alle schon in unseren zahlreichen Einträgen lesen konntet sind die Straßen in Zentralasien nicht die allerbesten und das ist noch weit untertrieben. Schon in Rumänien musste unser Arbeitstier einige Strapazen über sich ergehen lassen. In Kasachstan wurde die „Straße“ zu einer schier unendlichen Schlammpiste und von Tajikistan fange ich gar nicht mehr an…

So hatte unser Arbeitstier schon einige Wehwehchen, z.B. ist bis jetzt 7 mal der Reifen geplatzt. Dummerweise 2 mal so schlimm, dass wir die Reifen wegschmeißen konnten und nun einen Reifen komplett neu kaufen mussten. Das war es aber nicht, viel schlimmeres haben die Straßen unserem Tier angetan. Die Stoßdämpfer sind kaputt gegangen, diese wurden dann in Almaty ausgetauscht.

Doch der wirkliche SugerGau ereilte das Arbeitstier als wir in Kirgistan ankamen: Eine Feder brach und verschob sich in sich selbst, somit war ein Stopp in Osh nicht zu vermeiden. Fataler Weise waren dort nur dilettantische  Mechaniker am Werk, die das Auto mehr zerstörten als es zu reparieren. Nach langem Streit und viel Nerverei bauten sie die Teile wieder aus und gaben uns das Geld was wir schon bezahlt hatten wieder zurück.

Danach fuhren wir sehr, sehr langsam nach Bishkek und ließen das Arbeitstier dort reparieren. Seit dem funktioniert wieder alles und wir konnten unseren Weg fortsetzen, sind jetzt schon in Pakistan, doch davon an anderer Stelle mehr…

Liebe Grüße und bis dann

Urs & Jonas

June 20

Tajikistan2

Liebe Leuts,

sind jetzt in Kirgistan angekommen. Tajikistan war das Highlight, dass wir uns gewünscht hatten. Die Berge, die Menschen und die Unberührtheit haben uns begeistert und herausgefordert. Aber eins nachdem anderen:

 In Khorog  bogen wir ab vom Pamir Highway um entlang der tajikisch- afghanischen Grenze durch das Wakhan Tal zu fahren. Unser erster Stop dort waren die heissen Quellen von Garam Chasma. Diese sind in einem kleinen Nebental vom Wakhan gelegen. Die Quellen entspringen aus einer weißen Steinformation und bilden ein Bassin am Ende der Formation, das Wasser ist so heiss, dass es gerade noch erträglich ist. Wir genossen ein Bad dort und schliefen in der Nähe in einem Sanatorium. Am naechsten Tag gings dann wieder zurück ins Wakhan Tal und weiter bis Ishkashim. Die Berge und Gipfel, die wir auf diesem Weg zu sehen bekamen, wurden immer beeindruckender. Jede Kurve bot uns einen Sichtwechsel auf andere Berge. Der Fluss wurde so schmal, dass wir einen Stein rüberwerfen konnten. Kurz vor Ishkashim wurde das Tal wieder breiter. Ishkashim war der südlichste Punkt unserer Reise bisher, es liegt in der Region Badakshan, die sich über das südliche Tajikistan und das nördliche Afghanistan erstreckt. Die Badakshanis werden als sehr gastfreundlich beschrieben. Sie gehören zu den Ismailis, einer moderaten Glaubensgemeinschaft des Islams. Wir durften auch gleich Zeuge der Gastfreundschaft werden. Da wir ein kleineres Problem mit dem Auto hatten, fragten wir in Ishkashim um Hilfe. Nach einer Stunde beschäftigten sich drei Männer mit unserem Auto. Sie kontrollierten alles, füllten Flüssigkeiten nach und gaben uns nach eineinhalb Stunden dann wieder grünes Licht. Wir wurden währenddessen mit Essen und Tee verpflegt. Dann fragten wir sie was sie für die Reparatur bekämen, doch sie liessen uns wissen, dass sie Geld nicht mögen und Gastfreundschaft viel wichtiger sei. Wir wurden dann noch zum Übernachten eingeladen. Überwältigt nahmen wir das Angebot an. Wurden von jungen Männern, die sich selbst Englisch beigebracht hatten, durch das Dorf geführt, auf die umliegenden Berge, bekamen Abendessen und Frühstück.

Dankbar verliessen wir am nächsten Morgen Ishkashim und fuhren zu den nächsten heißen Quellen benannt nach Prophet Mohammeds Schwester Bibi Fatima Zahro. Die Strasse hoch zu diesen Quellen war sehr steil, eng und steinig. Umso überraschter waren wir, als wir dort oben einen Kleinbus stehen sahen, wie hatte der das nur da hoch geschafft. Leider wurde  ich (Jonas) durch den gewaltigen Anstieg hoch zu den Quellen ein wenig höhenkrank und verbrachte den Nachmittag und den nächsten Morgen im Bett, während Urs einige „Spaziergänge“ machte um das wahnsinns Panorama zu genießen. Am nächsten Tag fuhren wir dann wieder auf den Pamir Highway und genossen es, dort wieder so was zu haben, was man Strasse nennen konnte, denn die letzten Kilometer weg vom Wakhan Tal waren doch sehr abenteuerlich. Wir fanden einen wunderschönen Schlafplatz an einem Salzsee, dessen Blau den Himmel sprengte. Den nächsten Tag verbrachten wir dann an einer sehr alten chinesischen Grabstätte, machten einen Ausflug auf die Grabstätte umgebenden Berge. Leider konnten wir dort dann nicht schlafen, weil drei Männer kamen, die uns zu verstehen gaben, dass wir an diesem Platz nicht willkommen seien. Wir fuhren dann noch ein Stück und fanden einen Platz zum schlafen weit genug entfernt von jeglicher Zivilisation. Es ging dann weiter nach Murghab, der größten Siedlung seit Khorog. Von dort hatten wir einen tollen Blick auf den Mustagatta, der hundert Kilometer entfernt in China steht. Das macht Vorfreude auf unseren Transit durch China, wo wir den Berg dann noch mal aus der Nähe bewundern dürfen. In Murghab verbrachten wir dann auch die Nacht, tranken ein paar Bier mit deutschen Forschern, die auch mit einem Nissan Patrol von Deutschland aus unterwegs waren. Am folgenden Abend fuhren wir, nachdem wir unsere Vorräte wieder aufgefrischt hatten, ein bisschen raus aus Murgabh um dann an unserem bisher höchsten Schlafplatz (4080m) zu übernachten. Am nächsten Morgen war es dann auch sehr kalt, stark bewölkt und enorm windig. Nach nur zwanzig Kilometer weiterer Fahrt befanden wir uns in einem starken Schneetreiben. Wir erreichten den Karakul See, konnten aber leider nicht das komplette Panorama, dieses beeindruckend großen Sees, auf 3900m Höhe gelegen, genießen. Es war zu schlechtes Wetter. Deshalb entschieden wir uns auch, noch an diesem Tag, bis an die kirgisische Grenze zu fahren, um dann am nächsten der Höhe und dem Schnee zu entfliehen. An der Grenze war der Schneefall dann aber so stark, so das wir uns entschlossen die tajikische Seite schon zu überqueren und den Abstieg, zwanzig Kilometer durch Niemandsland zur kirgisischen Seite auch noch zu machen um nicht am nächsten Tag durch noch mehr Schnee fahren zu müssen. An der Kirgisischen Grenze wollten wir dann fragen, ob wir dort schlafen könnten, weil unsere Visa erst am nächsten Tag begannen. Den Zöllnern war das aber egal und so konnten wir dann schon einen Tag früher nach Kirgistan einreisen.

Fazit  Tajikistan:

Ein atemberaubend schönes Land mit sehr schönen Bergwelten. Im Fan-Gebirge sehr grün und mit eher weicher hügeliger Landschaft und in den Pamirs wüstenähnlich, felsig und grober.

Die Menschen sind sehr nett, besonders die Badakshanis glänzen durch ihre Gastfreundschaft. Leider sind sie auch sehr arm, haben durch ihr hauptsächlich gebirgiges Land wenig Möglichkeiten zur Landwirtschaft oder anderer Industrie müssen so die meisten Produkte importieren, was sie für zentralasiatische Verhältnisse sehr teuer macht.

Die Sraßen waren zum größten Teil scheisse, so dass unsere Federn brachen und wir fast durchgehend durchgeschüttelt wurden.

So ihr Lieben, das war Tajikistan

Hoffentlich ging es euch in der letzten Zeit ähnlich gut wie uns!

Grüsse Urs & Jonas 

June 07

Tajikistan

 
 
 
A Salam Maleicum
 
Nach 2 Wochen voller Architektur und Wueste sind wir nun in Tajikistan angekommen. Wir hatten uns entschlossen das Land praktisch komplett zu durchfahren und deswegen einen Umweg in Kauf genommen. Von Eubek heben wir die Grenze ueberquert und sind nach Khojand gefahren. Schon diese 65 km waren ein Vorgeschmack auf das was auf uns zu kommen wuerde, die Strassen sind nicht vorhanden und man faehrt auf reinen Schotterpisten. Einige neugierige Polizeikontrollen waren selbstverstaendlich auch dabei. In Khojand haben wir uns nur schnell regestrieren lassen und sind dann aufgebrochen um die Berge Tajikistans in Angriff zu nehmen...
Von Khojand fuehrt die Strasse ca. 100km flach in Richtung der Auslaeufer der Fan-Berge, dann geht es aber maechtig zur Sache:
In scharfen Serpentinen fuehrt die Strasse hinauf zum Ayni-Pass (3378m), neben uns der Abgrund teilweise mehrere hundert Meter tief. Am Ende der Steigung mussten wir ueber Gletscherzungen fahren bis wir schliesslich die Passhoehe erreicht hatten und das war erst der erste Pass, viele werden noch folgen...
Am naechsten Tag machten wir einen Abstecher zum Iskander-See, einem Gebirgssee auf 2200m. Die Landschaft ist traumhaft und das Tuerkis des Sees besser als wir es uns vorgestellt hatten. Naechster Pass war der Anzob-Pass(3372m), dieser erwies sich als wirkliche Herausforderung an unsere Nerven: Auf ca. 2500m sagte Jonas, guck mal da drueben geht der Weg hoch, ich sofort, nein auf keine Fall das ist unmoeglich! Wir einigten uns dann dass es wohl doch nur eine Abbruchkante auf der anderen Seite war, leider ein Fehler...
Als wir um die naechste Ecke bogen wurde Jonas Vermutung Gewissheit, da muessen wir rauf. Durch mindestens 4m hohe Schneewaechten fuhren wir in Richtung Pass, den Abgrund immer direkt neben uns, das war sehr, sehr aufregend.
In Dushanbe, der Haupstadt des Landes, verbrachten wir 3 Naechte da ich (Urs) auf Grund einer allergischen Reaktion gezwungen war einen Arzt aufzusuchen...
Jetzt sind wir mitten im Pamir-Gebirge, haben den naechsten Pass schon hinter uns und fahren nun ein paar hundert Kilometer entlang der afghanischen Grenze in Richtung Murgab. Die Landschaft ist der totale Hammer und die Menschen sind aussergewoehnlich gastfreundlich.
Das Arbeitstier laeuft immer noch gut, bis auf dass wir jetzt schon ziemlich gut im Reifen wechseln sind, was aber an den Strassen liegt und nicht am Tier...
Wir denken viel an Euch und wuenschen Euch eine gute Zeit, gute Besserung an Oma Kolk.
Urs & Jonas
 
Fuer Bilder ist das Internet leider zu langsam hier, aber die werden dann in Kirgistan nachgereicht, versprochen!
May 27

Rauchzeichen

Hallo
Es ist passiert!
Ich habe aufgehoert zu rauchen!
Seit dem 14.05.2007 bin ich NICHTRAUCHER!
Ciao Krankheit, hallo Gesundheit!
An alle Zweifler:
Kein Spliff, Chillum oder Boembel, auch keine Parfuemierungen,
richtig NICHTRAUCHER!!!
 
Urs
 
May 22

Usbekistan

Mit ein wenig Bammel machten wir uns am 14.05. auf den Weg zur usbekischen Grenze. Am Tag zuvor waren wir schon direkt davor gestanden und wollten dort schlafen, wurden aber nach kürzester Zeit von Bettlern und Geldwechslern belagert, doch damit nicht genug es kamen auch zwei Idioten, die uns mit dem Messer drohten die Reifen zu zerstechen, wenn wir ihnen kein Geld gäben. Also haben wir den Rückzug angetreten und sind erst am nächsten Tag wieder zur Grenze gefahren.

Der Grenzübertritt war wie immer sehr einfach und problemlos. Die usbekischen Zöllner waren sehr freundlich und haben uns mit allen Formalien geholfen. Das Arbeitstier wurde wie immer nicht untersucht und so waren wir schnell in Usbekistan.

Unsere erste Station war Tashkent, eine sehr schöne und im Gegensatz zu Almaty ruhige Stadt. Obwohl dort mehr als doppelt so viele Menschen leben als in Almaty hat es dort sicher nicht einmal die Hälfte an Autos. Wir sind aber schnell nach Samarkand weiter gefahren, eine sehr beeindruckende Stadt direkt auf der Seidenstrasse. Überall sieht man die blauen Kacheln, die so berühmt sind für diese Gegend. Wir haben die wichtigsten Gebäude angeguckt und Jonas ist auf ein hohes Minarett gestiegen.

Als nächste Station waren wir in Sarwish, eine Wüstenlandschaft in Zentralusbekistan wo es 4000 Jahre alte Felsritzereien zu bestaunen gab. Hier muss nun auch das negative an Usbekistan kurz zur Sprache kommen: Auf Grund eines totalen Kontrollwahns seitens der Regierung muss man sich überall wo man ist registrieren lassen, leider konnte das in Sarwish niemand und so mussten wir nach nur einer Nacht diesen schönen Platz schon wieder verlassen.

Jetzt sind wir in Bukhara, einer architektonisch noch beeindruckenderen Stadt als Samarkand. Wir werden hier noch einmal richtig viele Fotos schiessen und uns dann seelisch und moralisch auf den wohl heissesten und abenteuerlichsten Teil unserer Reise vorbereiten, Tajikistan…

Seit alle herzlich gedrückt und bis bald

Urs & Jonas

Charyn Canyon - Tian Shian

Von Almaty aus unternahmen wir auch einige Ausflüge in die wunderschöne Landschaft um Almaty herum.

 

Charyn Canyon

 

Schon die Anfahrt zu diesem Naturspektakel war sehr interessant. Entlang des Gebirges fuhren wir ungefähr 150 Kilometer, bis wir dann in zwei engere Täler abbogen. Die Landschaft wurde immer schöner, sie ähnelte einer hügligen Mondlandschaft, nur in saftigem grün. Die untergehende Sonne verschönerte diesen Anblick. Wir erreichten den Canyon als die letzten Sonnenstrahlen die verschiedenen Gesteinsschichten beleuchteten. Die Vielfalt der Farben die dadurch entstanden war atemberaubend. Der Fluss Charyn hat sich über die Jahrtausende über hundert Meter tief in die Felsen gefressen. Direkt am Wasser enstand eine oasenähnliche Natur. Zusammen mit den Pferden, die ihren Durst am fluss stillten, genossen wir den Sonnenuntergang.

Wir verbrachten zwei Tage an diesem wundevollen Platz, bis uns die Visaorganisation zurück nach Almaty zwang.

 

Tian Shian

Circa dreissig Kilometer entfernt von Almaty liegt auf einer Höhe von 2800m das Tian Shan Observatorium. Es erlebte seine Hochzeiten zu Sowjetzeiten, aber einige Teleskope sind auch heute noch im Einsatz. Eine enge, steile, ungeteerte Strasse führt vorbei an einem türkisblauen Bergsee dorthin. Wir befanden uns dann auf einer kleinen Hochebene mit begeisterndem Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Berge, die Kasachstan von Almaty trennen.

Es war ein toller Ort um dem Verkehrschaos von Almaty zu entfliehen, und uns auf den Weg nach Usbekistan vorzubereiten.

 

Wir gruessen in die Heimat

Urs&Jonas

 

May 16

Visa

 

 

 

 

Almaty sollte nicht nur ein Platz sein um uns auszuruhen und  die Stadt zu erkunden, sondern auch um uns mit den nötigen Visa für die nächsten Länder zu versorgen. Wir wussten, dass das nicht immer leicht sein würde und auch mit langen Wartezeiten verbunden sein würde. Doch ein Land hat sich in dieser Hinsicht so hervor getan, dass es fast nicht mehr lustig war: Uzbekistan.

Wir hatten in Deutschland gecheckt was nötig ist um ein uzbekisches Visum zu erhalten, ein Pass und das wars. In Almaty war das dann Alles anders, der Mann in der Botschaft schickte uns beim ersten Mal einfach weg und sagte er könne unseren Antrag nicht bearbeiten, ABER er gab uns die Karte eines Reisebüros, die das Alles für uns erledigen würden… Und das nach über zweieinhalb Stunden Wartezeit ( Liebste Birke, einige Male musste ich während der Visageschichte meine Augen schliessen und an Deinen Brief denken, ich danke Dir dafür tausendmal, Du ist die Beste und ich liebe Dich, Dein Urs). Als wir dort anriefen sagten die uns, dass uns die Bearbeitung pro Person „nur“ 60 Euro kosten würde, natürlich ohne die Visagebühr.Ach ja, kein Tourismusvisum sondern ein Buisinessvisum, spätestens da wussten wir, dass da etwas nicht stimmt. Also riefen wir bei der Deutschen Botschaft an und erkundigten was die so wissen. Genau das Selbe wie wir…

Beim nächsten Mal war dann aus irgend einem Grund gar nicht offen…

Beim dritten Mal haben wir uns gut vorbereitet und dem Herrn in der Botschaft einen astreinen Auftritt geliefert: Er wollte uns sofort wieder wegschicken, aber diesmal nicht:

Wir sagten wir haben mit der Deutschen Botschaft telefoniert, wir waren bei der Reiseagentur, die sie uns empfohlen haben, doch die haben uns als Deutsche wieder weggeschickt und so tricksten wir uns durch bis er sagte: O.k. I can Try…

Eine Woche später hatten wir dann unser Visa, hurra!!!

Also nicht nur auf dem Bazar hart verhandeln…

Kirgistan:

Dies war ein Spaziergang, an einem Tag hatten wir das Visa.

Doch natürlich auch mit einem Haken: Für die Bearbeitung brauchen sie fünf Tage, in der sie die Pässe einbehalten wollen, Passkopie wird nicht akzeptiert. Für uns mit eigenem Auto nicht möglich, also doppelter Preis und am selben Tag…

Tajikistan:

Nachdem wir einen Tag lang vergeblich die Botschaft gesucht hatten und nicht finden konnten wurde für dieses Land ein Reisebüro engagiert. So hatten wir schnell unser drittes Visa.

Also Ihr lieben habt eine gute Zeit

Urs & Jonas

 

Almaty

Almaty

-vom Verrückten zu neuen Freunden-

Im Internet gibt es eine Seite, sie heisst Hospitality-Club, eine tolle Idee: man gibt sein Profil an und erklärt sich bereit anderen Reisenden in seiner Heimatstadt eine Übernachtungsmöglichkeit zu geben und erhält so Zugriff auf andere Profile, die  auf der ganzen Welt Übernachtungsmöglichkeiten für umme anbieten. Wir hatten uns in Almaty einen solchen kostenlosen Homestay organisiert. Unsere Kontaktperson hieß Daniyar. Er reagierte schnell auf unsere Anfrage und sagte wir seien bei ihm willkommen.

Deshalb schlugen wir auch, das Angebot von Mischa aus Tschu, uns in Almaty bei Verwandten anzumelden, aus.

Wir fuhren also Sonntagsmittags aus Tschu los in Richtung der cosmopolitischsten Stadt Centralasiens. Das grüne Almaty liegt wunderschön. Zu dreivierteln umgeben von beachtlichen Bergen mit schneebedeckten Gipfeln. Allerdings ist die Stadt selber nicht besonders schön. Sie ist das Zuhause der Reichen Kasachstans, und Reichtum heisst in diesem Fall leider Protz. Die komplette Innenstadt ist eine Anreihung hässlicher Plattenbauten verziert mit Granit und Spiegelglas, dazu kommen unzählige Baustellen aus denen weitere Bausünden entstehen werden. Nur die politisch historischen Gebäude haben ein Anzeichen von schönen archetektonisch- wertvollem. Dazu kommt ein grauenvoller Verkehr. BMWs, Mercedes´, Landcruisers, Hummers und Cayennes stottern hupend von Ampel zu Ampel und geben der Luft einen schimmernden Charakter, der einem das Atmen schwer macht.

Abends kamen wir dann in Alma-Ata an und kontaktierten Daniyar. Er war noch unterwegs und um Zehn sollten wir ihn treffen. Wir fanden seine Wohnung ganz gut obwohl sie ein bisschen weg vom Zentrum war. Die Menschen auf der Strasse waren auch sehr freundlich und halfen uns bei der Suche.

Daniyars erster Auftritt war dann schon ein bisschen komisch. Er sei 26, fühle sich aber wie 18. Wir gingen in seine Wohnung, in der er zusammen mit einem Freund wohnte. Ein wenig komisch kam uns das schon vor: 16qm, das wird kuschelig. Er kochte uns einen Tee und dann begann der Monolog: Seinen Freunden könne er das nicht erzählen, die würden ihn dann ja für verrückt halten, deshalb sei es gut, dass wir hier sind. In schlechtem Englisch drückte er uns seine Lebensgeschichte immer mit pseudophilosophischer Nachbetrachtung und schizophrenem Charackter. Er sei jetzt gut und habe viel falsch gemacht, das habe er eingesehen. Deshalb müsse er jetzt eine Rolle spielen und immer nett sein.

Die beiden Reisenden schauten sich an und wussten sie fühlten sich hier nicht wohl.

Daniyar interessierte sich nicht für uns. Er redete weiter und weiter, wollte keine Fotos sehen. Erzählte uns dass er nicht trinke und exte dann einen Cognac. Die Frage war wie lange spielte er seine Gutmensch Rolle noch. Irgendwann schafften wir es dann ihn davon zu überzeugen, dass wir müde seien und schlafen wollten.

Nach einer Nacht im Wachhundstyle fingen wir am nächsten Tag an uns um die Visas zu kümmern. Daniyar wich uns nicht von der Seite. Wir sagtem ihm dann wir hätten noch andere Bekannte in Almaty und würden diesen Abend mit ihnen verbringen wollen. So wurden wir ihn dann los. Ein zweites Mal geisteskranker Monolog(Daniyar hatte ihn schon angekündigt) war für beide von uns zuviel.   

Gestresst, geschockt und geschafft riefen wir Mischa an.“ Wie war das nochmal mit deinen Bekannten?“ Zwei Stunden später trafen wir Andre, den Bruder von Mischas Neffen. (nicht nur in Deutschland gibt es komplizierte Familien)

Mit ihm zusammen fuhren wir zu Afiz, der Neffe. Dieser brachte uns dann in ein halbwegs bezahlbares Hotel am Rande Almatys.

Am nächsten Morgen rief uns Afiz wieder an und abends schauten wir dann zusammen Fussball in einer Kneipe in Almaty. Manchester- Milan. Jamannn. Inzwischen hatte uns Andre zwei Betten bei der „Grandmother mafia“ organisiert und wir konnten billig in Almaty schlafen. In den zwei Wochen Visaorganisation wurden Andre, Afiz, Rus, Nurik und Vladlen unsere Freunde. Wir redeten viel und unternahmen nicht weniger.

Danke Mischa, danke nochmal Frau Meisner.

Solong

Urs & Jonas

April 30

Tschu - Kasachstan

Liebe Freunde, liebe Familie
Wir haben Gastfreundschaft neu definiert bekommen. Tschu ist eine Stadt ungefaehr 300 Kilometer von Almaty entfernt. Frau Meisner, sie arbeitet fuer Ruth und Peter und kommt aus Tschu, gab uns zu Antritt unserer Reise zwei Briefe fuer einen Bullen und den Biergrosshaendler von dort mit. Als wir in Tschu ankamen riefen wir den Biergrosshaendler, Mischa an. Er holte uns auch sofort am Ortseingang ab. Uns wurde klargemacht, dass wir ab diesem Zeitpunkt nicht mehr bezahlen durften. Dann wurde erstmal unser Arbeitstier gewaschen, was auch sehr noetig war. Dann konnten wir uns selber waschen, was auch sehr noetig war. Mit Bier, Wodka und Wasser servierte man uns dann Hammel. Schlafen konnten wir bei Mischa, dem Biergrosshaendler und er teilte uns ueber Juriy, einem Autohaendler aus der Naehe von Heilbronn mit, dass heute noch ein Lamm fuer uns geschlachtet werde. An diesem zweifelhaften Vergnuegen, durften wir dann selbst live teilnehmen. Erstmal fuhren wir auf die Wiese, auf der die Tierchen grasten, sie wurden zusammengetrieben und eines dann schliesslich ausgesucht. Dieses wurde mit verknoteten Beinen zum Stall gebracht und dort wurde ihm dann der Hals durchgeschnitten. Vor Ort wurde auch der Rest erledigt, auf den ich jetzt nicht naeher eingehen will. Nur soviel: es hat fuerchterlich gestunken. Am Abend sassen wir dann bei Mischa zuhause, der uns versuchte jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Wir mussten viel Essen und trinken.
Am naechsten Tag gingen wir dann alle auf den Bazar der Stadt. Zwischendurch lieferten wir zusammen mit unserem Gastgeber ein paar Bierfaesser aus und als wir wieder in unser neues Zwischenheim fuhren, waren dort die Vorbereitungen fuer das Schaschlikfest(Ihr erinnert euch an das Schaaf) in vollem Gange. Wir durften leider nichts helfen. Es wurden schon wieder die ersten Wodkarunden ausgeschenkt und das Bier floss auch. Schoen angeheitert war dann auch noch Banyazeit. Den ersten Alkohol wieder rausgeschwitzt ging es weiter mit getrocknetem Fisch, Bier und Wodka. Inzwischen waren auch die restlichen Gaeste eingetroffen und das Schaschlik musste nur noch ein bisschen ziehen. Dank Juriy unserem Dolmetscher, der Tschu vor acht Jahren gen Deutschland verlies und auch zu Besuch da war,  konnten wir uns auch gut unterhalten, was mit der Zeit Dank des massig konsumierten Alkohol aber sowieso immer leichter fiel. Es wurden Riesenmengen von Fleisch konsumiert, ein Schaaf eben, und dies fiel uns trotz des am Vortag erlebten Spektakels nicht schwer.Der Abend endete damit, dass Mischa seine Gaeste, alle ausser uns rausschmiss, weil es ihm peinlich war, dass eine sehr betrunkene Frau uns die ganze Zeit nach Souveniren fragte. Erst wollte sie die Sonnenbrillen, dann die Kameras und zum Schluss unser Auto.
Am naechsten Tag lieferten wir noch ein paar Faesser Bier aus und dann ging es weiter nach Almaty.
Fazit und Bitte: Es war uns ein grosses Vergnuegen, diese unglaubliche Gastfreundschaft zu erleben, obwohl es uns manchmal schon fast peinlich war, einmal schafften wir es selber Kippen zu kaufen ansonsten war immer schon alles bezahlt.
Peter und Ruth, wir bitten euch Frau Meissner etwas von dem uns Erlebten zurueckzugeben, denn ohne sie haetten wir diese Erfahrung nicht machen koennen.
Mit freundlichen Gruessen in die Heimat.
Urs und Jonas
 
April 26

Kasachstan I

Wir sind in Kasachstan!!!  Haben also unser wirkliches Reiseziel erreicht, Zentralasien!!!
Schon an der Grenze haben wir bemerkt, dass hier ein ganz anderer Wind weht als noch ein paar Kilometer davor in Russland: Freundliche Zoellner begruessten uns mit Handschlag und grinsten uns neugierig an. Alles wollten sie wissen, wo wir herkommen, ob wir verheiratet sind, wo wir noch noch ueberhall hinfahren wollen usw... Die Regestrierung des Autos dauerte zwar lange doch war sehr lustig da wir uns natuerlich gegenseitig nicht verstanden und so oft improvisieren mussten, mein Geburtsdatum erfragten sie indem sie ein kleines Kind nachahmten...
Direkt hinter der Grenze kam dann gleich die erste Polizeikontrolle, uns beiden war es sehr mulmig, da wir befuerchteten, dass jetzt die Schmiere weiter geht, doch nein! Wir wurden wieder mit Handschlag begruesst, der Polizist nannte ausserdem seinen Namen (davon koennte sich auch die deutsche Polizei eine Scheibe abschneiden!) und danach folgte eine korrekte Regestrierung unseres Autos und schon konnten wir weiterfahren.
Das Abenteuer beginnt (kein Romantiktrip, gell Steffie!!!):
Der Weg nach Almaty fuehrt durch die westliche kasachische Steppe, die kaum bewohnt ist und sehr, sehr schlechte Strassen hat. Was wir nicht wussten ist, dass es hier sehr viel regnet, vor allem in dieser Jahreszeit. Das bedeutete fuer uns knapp 5 Tage auf den brutalsten Strassen die wir je gesehen haben, LKW grosse Schlagloecher, einen halben Meter tief und mit Wasser gefuellt, kein oder nur noch zerfurchter Asphalt, mit anderen Worten da war keine Strasse mehr...
Zum Teil sind wir in ueber 10 Stunden Fahrt nur knapp 250km gefahren, da die Strecke nach Almaty aber 3000km lang ist war uns teilweise etwas bange ob wir es in unserer Visazeit ueberhaupt bis dorthin schaffen wuerden. Natuerlich sind wir auch mal im Schlamm stecken geblieben und wurden dann von einem Kamaz-LKW wieder rausgezogen, einer unserer Reifen ist geplatzt...
Dies fuehrte zu einer sehr schoene Begegnung. Wir tranken eine Tee und beim Rausgehen haben wir einem Mann gesagt, dass wir ein Problem mit unserem Arbeitstier haben, kein Problem sagte er und half uns in einer guten Stunde unseren Ersatzreifen auf die Felge zu ziehen und das Alles ohne Bezahlung...
Nach unzaehligen Schlagloechern und totalem durchgeschuettelt werden haben wir es nun nach Tschu geschafft...
Wir haben euch Alle lieb und bis denne
Urs & Jonas
April 24

Russland

Hallo Ihr Lieben
 
"Urteile nicht, schaue."
                      (Thomas Mann)
 
Das haben wir nun getan und werden jetzt doch urteilen:
Russland ist ein wunderschoenes, weites Land mit einer sehr beeindruckenden Landschaft. Die Strassen sind zum groessten Teil in einem sehr guten Zustand und das Benzin ist billig. Einige Menschen waren freundlich, vor allem an den Raststaetten, andere widerrum nicht.
Hier kommen wir nun zu dem Teil an Russland, der uns ueberhaupt nicht gefallen hat, ja manchmal sogar ein wenig aengstigte:
Die POLIZEI:
Wir sind nun durch einige Laender gefahren, aber eine solche zum Himmel schreiende Korruption haben wir nicht erlebt. Spaetestens alle 50km kam eine voellig sinnlose Kontrolle, sinnlos deshalb weil nie unsere Daten irgendwo aufgeschrieben wurden, sondern bloss unser Geld aus der Tacshe gezogen wurde...
Staendig hatten wir anscheinend irgend etwas Unrechtes getan und mussten "Straf" zahlen. Die Kroenung war dann als wir an einem Stopschild anhielten um auf der der Karte nach dem Weg zu schauen, also mindestens 20 Sekunde standen und dann von der Polizei abgezogen worden sind, weil wir nicht gehaltenn haetten. Leider haben sie nicht nur unser Geld, sondern auch unsere Nerven gestohlen und mit ihrem sehr agressiven Verhalten (Kaschi im Anschlag) auch manchen Schrecken eingejagt.
Eine weitere Sache ist die Regestrierung des Reispasses in Russland, ein Ueberbleibsel aus alten Sowjettagen...Es ist nahezu unmoeglich diese alleine zu bewerkstelligen, also muss man sich ein Hotel nehmen, dass einen dann in wenigen Minuten registriert. Doch leider machen dass keine billigen Hotels, sondern nur die, der gehobenen Kategorie...wieder Geld weg!!!
So koenen wir als Fazit unseres kurzen Russlandaufenthalts nur sagen: Das Land ist wunderschoen, aber nicht fuer Individualtouristen geeignet, schon gar nicht mit dem eigenen Auto.
 
Wir gruessen euch alle ganz herzlich aus dem Osten, fuehlt euch gedrueckt...
Urs & Jonas
April 09

ukraine

Hallo liebe Heimat
Von Focsani aus fuhr das Arbeitstier uns schnurrend über Galati, mit die hässlichste Stadt, die wir je gesehen haben, kaputte Industrie und unglaubliche Plattenbaureihen, raus aus der EU an die rumänisch - moldawische Grenze. Die  Moldawischen Grenzbeamten waren keine Werbung für das Land. Der Erste rabenvoll, die zweite dann korrupt. (sie hat nen euro gekriegt) Aber bis zur ukrainischen Grenze war es ja nur ein Kilometer. Die ukrainischen Grenzbeamten waren dann zwar streng aber sonst vollkommen korrekt. Für beide Grenzen brauchten wir 3 Stunden. Eigentlich ne gute Zeit. Der Hunger trieb uns nach Regni. Ab jetzt war alles in kyrillisch, auch die Speisekarte des Restaurants. Die Bedienung kam mit einem Kochbuch und zeigte auf die Bilder um uns mitzuteilen was es gibt. Es gab Steacks und Pommes und ne Cola.
Die erste Nacht schliefen wir dann nahe Izmael in einem kleinen Wäldchen. Am nächsten Morgen ging es dann nach Odessa. Die Stadt liegt direkt am Meer und nennt sich selber die Perle am Schwarzmeer. Aber die riesigen Plattenbauwohngebiete, der industrielle Hafen und die im Vergleich  zu Budapest kümmerliche Innenstadt ließ uns diese Metapher nicht verstehen. Im Citycenter gibt es vielleicht drei schöne Strassen, aber auch dort lassen sie die wirklich schönen alten Häuser einfach zerfallen. Die Oper ist ein beeindruckendes Gebäude, ein paar Statuen, aber das war es dann auch schon. Im Internetcafe fanden wir dann einen Campingplatz, den wir mit dem Auto aber nicht fanden. Obwohl, wie sich später noch herausstellen sollte, wir mehrmals dran vorbeifuhren. Zu unserem grossen Glück sprach Urs zwei junge Männer(Andrey und Mr Feelgood) an ob sie uns helfen könnten. Eine Begegnung die sich noch in der ganzen restlichen Ukraine auszahlen sollte. Die beiden sprachen sich kurz ab und luden uns dann zu sich nach Hause ein. Wir könnten das Arbeitstier in den Hof stellen. Wir schliefen eine Nacht bei Andrey in der Wohnung, wo wir davor einen interessanten Abend mit Wein und Bier verbrachten. Am nächsten Tag suchten wir dann nochmal zusammen den Campingplatz und fanden ihn dann auch. An einer Hauptstrasse gelegen, dreckig und 35 Euro die Nacht aber keine Dusche und kein Klo. Die unfreundliche und besoffene Rezeptionistin wollte wohl keinen Stress, denn wir wären die einzigen Gäste gewesen. Andrey brachte uns dann zu einem bewachten Parkplatz (1,50Euro pro Tag) in der Innenstadt. Das war unsere Basis für die nächsten 2 Tage. Die wir mit unseren neuen Freunden verbrachten. 
Der Alkohol ist in der Ukraine allgegenwärtig. Dagegen sind die Deutschen brave Musterknaben. Von morgens bis in die Nacht wird überall gesoffen. Auf den Strassen haben alle Bier- oder Weinflaschen in der Hand. Uns war das dann zuviel und wir wollten mehr südlich in die Wärme, weil die Nächte in Odessa doch sehr kalt waren. Die Halbinsel Krim bot sich an. Mit einem Zwischenstop auf einem Feld an der Küste machten wir uns auf den Weg. Auf dem Feld trafen wir den Bauern einen fleißigen netten Mann, der uns erlaubte dort zu schlafen. Am nächsten Morgen lud er uns noch zum Kaffee ein und zeigte uns seine Felder und Maschinen. Wir fuhren dann mit kurzem Zwischenstop in Simferopol an die Südküste der Krim nach Alusta. Dort verbrachten wir die Nacht direkt am Meer. Am nächsten Tag ging es dann nach Jalta, dem Tourizentrum. Aber wir wollten einfach mal ein paar Tage ausspannen, beim Auto sein und Fussballspielen... Also raus aus Jalta und entlang der Küste und in Alubka einen Platz finden. Wir fanden einen schönen Platz, wieder direkt am Meer nur noch natürlicher. Wir fragten einen alten Mann der sowas wie der Wächter der Parkanlage war ob wir hier schlafen könnten und er war einverstanden, zeigte uns den Wasserhahn. Ein sehr symphatischer Zeitgenosse. Glücklich einen solchen Platz gefunden zu haben, machte sich Jonas ans kochen. Doch dann kamen zwei Besoffene und schnorrten nach ner Zigarette, die sie auch bekamen, wollten dann aber nicht mehr gehen. Sie provozierten und stahlen unsere Wurst. Wir entschieden uns den Platz zu verlassen, aus Sorge um uns und unsere Karre. Aber bevor wir alles zusammenpacken konnten kamen die Würste wieder und wurden handgreiflich. Wir sprangen ins Auto und fuhren weg. Beim Wegfahren zertrat uns einer noch das Rücklicht und sie hoben schon Steine auf. Wir haben dann an einer 24hTankstelle geschlafen weil wir uns sehr unsicher fühlten. Am naechsten Tag riefen wir dann Andrey an, wir wussten er hat einen Cousin in Yalta, und er hatte uns schon  angeboten ihn für uns anzurufen. Andrey organisierte uns den Kontakt zu Ilja und seitdem steht unser Auto jetzt schon 4 Tage vor dem Internetcafe das Ilja gehört. Ilja ist auch wahnsinnig gastfreundlich und zeigte uns ein bißchen die Krim und besonders Yalta. Wir waren an einem gewaltigen Wasserfall, mit tollem blick auf Yalta, im botanischen Garten, auf dem Aj Petri ein Berg der sich sehr steil vom Meer bis zu einer Höhe von 1250 Metern erhebt. Toller Blick, leider ein bischen diesig. In einem canyon wo wir eine kleine Wanderung machten. Und Andrey und sein Freund Roma haben auch nochmal vorbeigeschaut. Gestern feierten wir dann alle zusammen noch eine Wodkaparty. Eigentlich wollten wir heute schon fahren, ging aber wegen gestern net. Morgen gehts dann auf Richtung Russland und dann so schnell wie möglich nach Almaty in Kasachstan.
Ein kleines Fazit zur Ukraine: Die Gastfreundlichkeit ist der Hammer, da müssen sich die Menschen in unseren weiteren Reiseländern langmachen um das zu erreichen. Die Insel Krim ist landschaftlich sehr interessant. Nur konnten die Kommunisten keine schönen Städte bauen. 
so long.
wir grüssen alle die wir kennen und freuen uns weiterhin über eure Kommentare.
urs & jonas  
 
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